Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Oberi Au

Heimberg Ufererosion 2016

Bild vergrössern Heimberg Ufererosion 2016

Ausgangslage

Im 19. Jahrhundert wurde die Aare - wie viele andere Flüsse in Europa - korrigiert und begradigt. Was damals gewisse Vorteile mit sich brachte, etwa die Verhinderung von regelmässig wiederkehrenden Überschwemmungen oder die Gewinnung von Kulturland, wirkte sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend nachteilig aus.

Mit erhöhten Abflussmengen steigt in den begradigten Abschnitten der Geschiebetransport stark an; gleichzeitig geht der Geschiebeeintrag aufgrund der Kanderkorrektion, verbauter Seitenbäche und Kiesausbaggerungen zurück. Um das fehlende Geschiebe zu kompensieren, erodiert die Aare Material aus der Sohle, was zur Eintiefung des Flussbettes führt. Als Folge davon werden entlang der Aare viele Uferverbauungen unterspült und allmählich wegerodiert. Der Grundwasserspiegel sinkt und gefährdet die langfristige Sicherung der Trinkwasserreserven. Viele Lebensgrundlagen für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten verschwinden. Schliesslich nimmt auch die Attraktivität des Naherholungsraums ab.
Trotz des eingetieften Flussbetts brachten die Hochwasser von 1999 und 2005 zutage, dass das Aarebett derart grosse Wassermengen nicht bewältigen kann.

Die Aare verläuft auf dem ganzen Abschnitt zwischen Thun und Uttigen in einem schmalen, mit Blocksteinen hart verbauten Kanal. Die Uferbereiche sind weitgehend unterspült und instabil. In diesem Bereich ist die Erosionstendenz der Aare sehr ausgeprägt.

Die Lebensraumstrukturen für Fische sind sehr monoton, Unterstände und Ruhezonen sowie Flachufer fehlen fast vollständig. Der Baggersee Heimberg und die angrenzenden Waldflächen bilden einen sehr wertvollen, vielfältigen Lebensraum. Der Baggersee wird heute durch Grundwasser gespeist. Er enthält eine wertvolle Wasserpflanzenvegetation mit Tausendblatt und vier Armleuchteralgenarten. Im See sind verschiedene Fischarten und eine wichtige Population von Dohlenkrebsen vorhanden. Der Aareweg verläuft links- und rechtsufrig entlang des Aareufers auf der Dammkrone.

Projektperimeter Oberi Au, Uetendorf - Uttigen - Heimberg

Bild vergrössern Projektperimeter Oberi Au, Uetendorf - Uttigen - Heimberg

Trinkwasserfassung Oberi Au in Uttigen

Linksufrig wurde im Winter 2013/2014 die neue Trinkwasserfassung Amerika-Egge durch die Trinkwasserversorgung Region Thun (WARET) erstellt. Ausserdem besteht im Bereich Oberi Au (Uttigen) ein Grundwasserschutzareal. Die Wasserversorgung Region Bern (WVRB) plant im Bereich Oberi Au eine neue Fassungsanlage. Im Rahmen des Konzessionsverfahrens wird das Grundwasserschutzareal durch Schutzzonen ersetzt. Die laufenden Arbeiten werden mit dem WVRB koordiniert.

Massnahmen

Dank der geplanten Verbreiterung des Gewässers, wird durch selbständige Seitenerosion der Aare Geschiebe in das Gewässer eingetragen werden. Die Fliessgeschwindigkeit und die Transportkapazität der Aare in Perimeter werden dadurch abnehmen, die Aaresohle wird nachhaltig stabilisiert. Die Grundwasserreserven können damit langfristig gesichert werden.
Die Verbreiterung lässt zudem eine naturnahe Gestaltung zu. Kiesinseln und steile Uferabbrüche bieten Lebensraum für seltene Brutvögel. Der schon heute wertvolle Baggersee soll durch gezielte Besucherlenkung vor zu starker Belastung geschützt und ökologisch zugunsten von Flora, Reptilien, Amphibien und Kleinlebewesen aufgewertet werden. Im Bereich der Grundwasserfassung Amerika-Egge soll im Bereich der Schutzzone ein wertvoller Waldstandort geschaffen werden. Der Ausbaustandart aller Aarewege im Projektperimeter wird erhalten.

Termine

Projektstart: Januar 2019
Mitwirkung: 2020

Kontakt

Tiefbauamt des Kantons Bern
Oberingenieurkreis II
Schermenweg 11 / Postfach
3011 Bern

Adrian Fahrni, Projektleiter Wasserbau
Telefon: +41 31 636 50 32
Kontakt per E-Mail


Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.aare.bve.be.ch/aare_bve/de/index/aare-mittelland/aare-mittelland/oberi-au.html