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Konzept

Flache Ufer vereinfachen den Zugang zum Wasser und schaffen viele gemütliche Plätze zum Spielen und Entspannen.

Bild vergrössern Flache Ufer vereinfachen den Zugang zum Wasser und schaffen viele gemütliche Plätze zum Spielen und Entspannen.

Ziele

Nachhaltiger Hochwasserschutz
Der Kanton Bern will den Zustand der Aare zwischen Thun und Bern für Mensch und Umwelt abschnittsweise verbessern. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden erarbeitet er Einzelprojekte, die sich an der heutigen Wasserbauphilosophie orientieren.
Der Regierungsrat hat folgende vier Ziele festgelegt:

  1. Vor Hochwasser schützen
  2. Trinkwasserreserven sichern
  3. Naturlandschaft aufwerten
  4. Attraktives Naherholungsgebiet erhalten

Ausgangslage

Die beiden Hochwasser vom Mai 1999 und August 2005 haben die Schwachstellen im Hochwasserschutz entlang der Aare zwischen Thun und Bern deutlich aufgezeigt. Die teilweise über 100-jährigen Verbauungen sind in einem schlechten baulichen Zustand und das Schadenpotenzial hat massiv zugenommen. Im Kanton Bern verursachte die Flut von 2005 Schäden an Gebäuden, Strassen, Bahnlinien und an Kulturland in der Höhe von über einer Milliarde Franken.

Seit Jahren nimmt eine andere, weniger sichtbare Form der Zerstörung ihren Lauf: die zunehmende Sohlenerosion der Aare. Weil viele Zuflüsse verbaut oder umgeleitet sind, gelangt immer weniger Geschiebe, d. h. Kies, in die Aare. Der natürliche Geschiebehaushalt der Aare ist in den letzten Jahrzehnten aus dem Gleichgewicht geraten. Das hat zur Folge, dass sich die Aare das Geschiebe aus dem eigenen Boden holt und sich so kontinuierlich in die Sohle frisst. Der kanalisierte Flusslauf und starke Hochwasser beschleunigen diesen Prozess zusätzlich.

Die Sohlenerosion verursacht langfristig gravierende Probleme. Der Uferschutz wird aufwändiger und teurer, da der Fluss die Verbauungen unterspült und beschädigt. Mit dem Aarepegel sinkt auch der Grundwasserspiegel, was längerfristig die Trinkwasserversorgung gefährden kann. Schliesslich hat diese Absenkung auch ungünstige Auswirkungen auf den Wasserhaushalt in den Lebensräumen der Pflanzen und Tiere.

Massnahmen

Zeitgemässer Hochwasserschutz bezieht alle raumwirksamen Vorhaben und Interessen ein und stimmt die notwendigen Massnahmen darauf ab.

  • Dort, wo nötig, müssen harte Verbauungmassnahmen den Schutz vor Hochwasser gewährleisten.
  • Dort, wo möglich, soll die Chance genutzt werden, neben dem Hochwasserschutz auch die anderen Ziele (Trinkwasserversorgung sicherstellen, Naturlandschaft aufwerten, Erholungsfunktion sichern) zu erreichen.

Eine Schlüsselmassnahme besteht darin, der Aare wieder mehr Raum zu geben. Erhält der Fluss wieder genügend Platz, lassen sich nämlich mehrere Probleme auf einen Schlag lösen. Ein ausreichend breites Flussbett vermag Wasser und Geschiebe auch bei Hochwasser weitgehend ohne Schäden abzuleiten. Die Sohlenerosion wird gebremst und mittelfristig sogar rückgängig gemacht, weil die Aare im breiten Flussbett langsamer fliesst. In den zur Überflutung vorgesehenen Flächen finden Pflanzen und Tiere neue Nischen und Lebensräume. Schliesslich entstehen attraktive Kiesbänke und Flachufer, die zu vielfältigen Freizeitaktivitäten direkt am Wasser einladen.

Als erste Antwort auf die Hochwasserereignisse 1999/2005 hat der Kanton zwischen Thun und Bern bereits wichtige Massnahmen zum Schutz vor Hochwasser umgesetzt: den Entlastungsstollen Thun, die Aufweitung in der Hunzigenau bei Rubigen und das Projekt «Hochwasserschutz und Auenrevitalisierung Aare / Gürbemündung» in den Gemeinden Belp, Kehrsatz und Muri.

Geschichte der Aare

Noch bis ins 19. Jahrhundert gestaltete sich das Aaretal als weit verzweigte und vom Menschen weitgehend unberührte Flusslandschaft. Die Aare nahm stellenweise eine Breite von 500 m ein. Immer wieder waren die Menschen gezwungen, vor den Aarefluten Schutz zu suchen. Die Flösserei (Schifffahrt) gestaltete sich oft mühsam. Mit einer Reihe von Fluss-Korrektionen versuchte man, die Probleme zu entschärfen und gleichzeitig Land zu gewinnen. Der Aarelauf wurde in zwei Etappen korrigiert: 1824–1859 zwischen Münsingen und der Gürbemündung, 1871–1892 zwischen Thun und der Uttigenfluh.

Durch die Korrektionen im 19. Jahrhundert wurde aus der vielfältigen Aarelandschaft ein über weite Strecken begradigter und kanalisierter Flusslauf. Das brachte den Menschen viele Vorteile, u. a. einfachere Schifffahrt, Gewinn von Kulturland, Schutz vor Überschwemmungen und Rückgang von Seuchen. Der Preis dafür war jedoch, dass ein System aus dem Gleichgewicht fiel.

Die Aare bis Anfang 19. Jahrhundert.

Bild vergrössern Die Aare bis Anfang 19. Jahrhundert.

Die Aare heute.

Bild vergrössern Die Aare heute.

Kontakt

Tiefbauamt des Kantons Bern
Oberingenieurkreis II
Schermenweg 11 / Postfach
3011 Bern

Thomas Wüthrich, Bereichsleiter Wasserbau
Telefon: +41 31 636 50 40
Kontakt per E-Mail


Weitere Informationen

 


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